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Wo du in Wien Haushaltshilfe-Jobs findest
Haushaltshilfen werden in Wien laufend gesucht: Familien mit Kindern, Berufstätige mit wenig Zeit, ältere Menschen, die Unterstützung im Alltag brauchen. Wer zuverlässig arbeitet, findet meist schnell mehr Anfragen, als in eine Woche passen. Die wichtigsten Wege zum Job sind:
- Empfehlungen: Der stärkste Kanal in dieser Branche. Zufriedene Haushalte erzählen es Nachbarn, Freundinnen und Kollegen weiter. Sag deinen ersten Kundinnen und Kunden ruhig, dass du noch freie Stunden hast.
- Online-Jobbörsen und Vermittlungsplattformen: Auf allgemeinen Jobportalen und auf Plattformen, die Haushalte und Haushaltshilfen zusammenbringen, findest du viele Angebote in Wien. Plattformen übernehmen oft die Abwicklung, behalten dafür aber einen Teil des Stundenlohns ein oder verlangen Gebühren.
- Aushänge: Schwarze Bretter im Supermarkt, in Hauseingängen, in Pfarren oder Community-Zentren funktionieren in Wien noch immer – sowohl zum Lesen als auch für deinen eigenen Zettel.
- Reinigungsfirmen und Agenturen: Wenn du lieber angestellt arbeitest, bewirb dich direkt bei Gebäudereinigungs-Firmen oder Agenturen für Haushaltsservices. Dort bekommst du geregelte Zeiten und volle Sozialversicherung.
Auch das AMS Wien vermittelt Stellen im Bereich Reinigung und Haushalt und berät dich kostenlos zu Bewerbung und Weiterbildung – ein Termin lohnt sich besonders, wenn du gerade erst anfängst.
Woran du seriöse Angebote erkennst: Der Stundenlohn wird vor dem ersten Termin klar genannt, die Anmeldung (zum Beispiel per Dienstleistungsscheck oder als geringfügige Beschäftigung) ist kein Tabuthema, und niemand verlangt Geld von dir, bevor du arbeiten darfst. Sei vorsichtig bei „Gratis-Probearbeiten" über mehrere Stunden, bei Druck, sofort zuzusagen, und bei Haushalten, die jede schriftliche Vereinbarung ablehnen. Kläre am besten vor dem ersten Termin schriftlich – eine kurze Nachricht reicht –, welche Arbeiten gemacht werden, wie viele Stunden bezahlt sind und ob Putzmittel vorhanden sind.
Was du wirklich verdienst
Die Bezahlung hängt stark davon ab, wie du arbeitest:
- Privat in Haushalten: In Wien sind je nach Erfahrung, Aufgaben und Bezirk meist 15 bis 25 Euro pro Stunde üblich. Wichtig: Unter dem gesetzlichen Minimum darfst du gar nicht bezahlt werden – für einfache Reinigungsarbeiten mit Dienstleistungsscheck sind das 2026 laut Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) 16,76 Euro pro Stunde. Für Haushalt mit Kochen (17,28 Euro) oder Kinderbetreuung (18,07 Euro) gelten höhere Mindestsätze.
- Angestellt bei einer Reinigungsfirma: Hier gilt der Kollektivvertrag. Der Einstiegs-Stundenlohn ist mit rund 13 bis 15 Euro brutto niedriger als privat – dafür bekommst du bezahlten Urlaub, Krankenstand, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und volle Sozialversicherung. Gehaltsportale nennen für angestellte Haushaltshilfen und Reinigungskräfte in Vollzeit je nach Quelle rund 1.100 bis 1.850 Euro brutto im Monat, Durchschnittswerte liegen meist bei etwa 1.450 bis 1.650 Euro.
- Über eine Vermittlungsplattform: Die Stundensätze liegen oft zwischen den beiden Welten. Rechne genau nach, was nach Abzug von Provisionen oder Gebühren tatsächlich bei dir ankommt.
Beim Vergleichen immer auf brutto und netto achten: 20 Euro „auf die Hand" ohne Anmeldung klingen nach mehr als 16,76 Euro mit Dienstleistungsscheck – aber nur so lange, bis etwas passiert. Was dir ohne Anmeldung alles fehlt, siehst du im nächsten Abschnitt.
Zwei Punkte, die oft vergessen werden: Wegzeiten und Material. Wenn du privat für mehrere Haushalte arbeitest, plane deine Termine so, dass die Wohnungen nah beieinander liegen – unbezahlte Fahrzeit zwischen den Bezirken drückt deinen echten Stundenlohn schnell nach unten. Und kläre vorher, wer Putzmittel und Geräte stellt: Musst du selbst welche mitbringen, gehört das in den Preis eingerechnet.
Legal arbeiten: deine Möglichkeiten
Für die Arbeit in privaten Haushalten gibt es in Österreich drei übliche legale Wege:
1. Der Dienstleistungsscheck (DLS): Er wurde genau für diese Situation geschaffen: einfache Arbeiten in privaten Haushalten – Reinigung, Einkäufe, Kinderbetreuung, einfache Gartenarbeit. Der Haushalt kauft die Schecks in der Trafik, in der Postfiliale oder online über das offizielle Portal dienstleistungsscheck-online.at und bezahlt dich damit pro Arbeitstag. Du reichst die Schecks bis Ende des Folgemonats bei der zuständigen Versicherungsanstalt (BVAEB) ein und bekommst das Geld überwiesen. Der große Vorteil: Du bist ab dem ersten Arbeitstag unfallversichert und kannst dich um 83,49 Euro im Monat (Wert 2026) freiwillig kranken- und pensionsversichern. Pro Arbeitgeber darfst du 2026 bis zu 755,01 Euro im Monat mit Schecks verdienen – du kannst aber für mehrere Haushalte gleichzeitig arbeiten. Alle Details erklärt die offizielle Infoseite auf oesterreich.gv.at.
2. Geringfügige Beschäftigung: Dabei meldet dich der Haushalt oder die Firma als Arbeitgeber bei der ÖGK an. Die Geringfügigkeitsgrenze liegt 2026 bei 551,10 Euro pro Monat. Auch hier bist du unfallversichert und kannst dich freiwillig selbst kranken- und pensionsversichern. Achtung: Wenn du mehrere geringfügige Jobs hast und in Summe über die Grenze kommst, wirst du voll versicherungspflichtig und musst mit einer Beitrags-Nachzahlung rechnen.
3. Anstellung: Bei einer Reinigungsfirma, einer Agentur oder direkt in einem Haushalt über der Geringfügigkeitsgrenze bist du voll sozialversichert: Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung, dazu Arbeitslosenversicherung. Du sammelst Pensionszeiten, hast Anspruch auf Arbeitslosengeld und bekommst bezahlten Urlaub und Krankenstand. Für viele ist das der stabilste Weg – ähnlich wie beim Wechsel von der 24-Stunden-Betreuung in eine Festanstellung.
Und Schwarzarbeit? Ohne Anmeldung zu putzen ist verboten und kann für beide Seiten Geldstrafen bedeuten. Für dich ist das Risiko besonders unfair verteilt: Bei einem Sturz von der Leiter bist du nicht unfallversichert, du sammelst keine Pensionszeiten, und du kannst dein Einkommen nirgends nachweisen – nicht für eine Wohnung, nicht für einen Kredit, nicht für einen Aufenthaltstitel. Keine Panik, wenn du bisher ohne Anmeldung gearbeitet hast: Der Umstieg auf den Dienstleistungsscheck ist einfach und kostet den Haushalt kaum mehr. Sprich es aktiv an – seriöse Haushalte machen mit.
Deine Rechte als Haushaltshilfe
Auch in einem Privathaushalt bist du keine Bittstellerin und kein Bittsteller – du hast klare Rechte:
- Mindestlohn: Für Hausgehilfinnen, Hausgehilfen und Hausangestellte gilt ein Mindestlohntarif, der seit 1. Jänner 2026 österreichweit einheitlich festgelegt ist. Weniger als die dort genannten Sätze – für einfache Reinigungsarbeit 2026 die erwähnten 16,76 Euro pro Stunde – darf dir niemand zahlen, auch nicht „in bar und unter Freunden".
- Urlaub und Krankenstand: Bei einer Anstellung hast du wie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich Anspruch auf fünf Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr und auf Entgeltfortzahlung im Krankenstand.
- Sonderzahlungen: Bei Anstellung nach Mindestlohntarif oder Kollektivvertrag stehen dir zusätzlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu – das sind zwei zusätzliche Monatsentgelte pro Jahr.
Wenn etwas nicht passt – Lohn kommt nicht, Stunden werden nicht bezahlt, du wirst schlecht behandelt –, ist die Arbeiterkammer Wien deine Anlaufstelle. Als angestellte Arbeitnehmerin oder angestellter Arbeitnehmer bist du automatisch Mitglied, die Beratung kostet dich nichts, und die AK hilft auch in vielen Sprachen weiter. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung – bei konkreten Problemen lass dich dort persönlich beraten.
Nur eine Zwischenstation: Wenn du eigentlich etwas anderes gelernt hast
Jetzt zum Teil, der in kaum einem Job-Ratgeber steht: Viele Haushaltshilfen in Wien haben eine Ausbildung oder sogar ein Studium aus ihrer Heimat – als Lehrerin, Buchhalter, Krankenpflegerin, Technikerin. Sie putzen nicht, weil sie nichts anderes können, sondern weil ihr Abschluss in Österreich (noch) nicht zählt und das Deutsch (noch) nicht reicht. Haushaltsarbeit ist wertvolle, ehrliche Arbeit – aber wenn du eigentlich etwas anderes gelernt hast, muss sie nicht deine Endstation sein.
Der Weg zurück in deinen Beruf hat zwei Schlüssel. Der erste ist die Anerkennung deines ausländischen Abschlusses (je nach Beruf auch Nostrifizierung genannt): ein offizielles Verfahren, das deine Qualifikation aus der Heimat in Österreich gültig macht. Die Beratung dazu ist kostenlos, und für viele Berufe ist das Verfahren einfacher, als die meisten glauben.
Der zweite Schlüssel ist Deutsch – und zwar nicht irgendein Deutsch, sondern die Sprache deines Berufs. Für viele geregelte Berufe brauchst du ein Zertifikat auf B1- oder B2-Niveau; wie das konkret abläuft, zeigt unser Ratgeber zu Deutsch B2 am Beispiel der Pflege. Das Gute: Du bist mitten in Wien, hörst jeden Tag Deutsch und kannst jede freie Viertelstunde zum Lernen nutzen.
Dein Weg zurück in deinen Beruf beginnt mit Deutsch
LinguaFlow dekodiert jeden Text Wort für Wort in deine Muttersprache – du siehst unter jedem deutschen Wort sofort die Bedeutung, inklusive Aussprache zum Anhören. So lernst du genau das Deutsch, das du für deinen eigentlichen Beruf brauchst: Fachtexte, Formulare, Bewerbungen. Inspiriert von der Birkenbihl-Methode.
Kostenlos ausprobierenEin realistischer Plan sieht so aus: Du arbeitest weiter als Haushaltshilfe – legal, mit Unfallschutz und fairem Lohn –, startest parallel die Anerkennung deines Abschlusses und lernst jeden Tag ein Stück Deutsch. In ein bis zwei Jahren kann aus der Zwischenstation der Beruf werden, den du eigentlich gelernt hast.
Häufige Fragen
In privaten Haushalten sind in Wien meist 15 bis 25 Euro pro Stunde üblich, je nach Erfahrung und Aufgaben. Mit dem Dienstleistungsscheck gilt 2026 für einfache Reinigungsarbeiten ein Mindeststundenlohn von 16,76 Euro. Bei einer Anstellung in einer Reinigungsfirma wirst du nach Kollektivvertrag bezahlt und bekommst zusätzlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Der Dienstleistungsscheck ist ein offizielles Zahlungsmittel, mit dem private Haushalte einfache Arbeiten wie Reinigung, Einkäufe oder Kinderbetreuung legal bezahlen können. Es gibt ihn in Trafiken, in Postfilialen und online. Du bist damit ab dem ersten Arbeitstag unfallversichert und kannst dich freiwillig kranken- und pensionsversichern.
Ja, Arbeit ohne Anmeldung ist Schwarzarbeit und kann für beide Seiten Strafen bedeuten. Für dich ist sie besonders riskant: Du bist bei einem Unfall nicht versichert, sammelst keine Pensionszeiten und kannst dein Einkommen nirgends nachweisen – etwa für eine Wohnung, einen Kredit oder einen Aufenthaltstitel.
Für die Arbeit selbst reichen oft Grundkenntnisse, um Absprachen mit dem Haushalt zu treffen. Besseres Deutsch hilft dir aber sofort: Du kannst deinen Stundenlohn selbstbewusster verhandeln, bekommst leichter neue Kundinnen und Kunden und verstehst deine Rechte. Und es ist die Voraussetzung, um später in einen Job zu wechseln, der zu deiner Ausbildung passt.
Die Geringfügigkeitsgrenze liegt 2026 bei 551,10 Euro pro Monat. Beim Dienstleistungsscheck darfst du pro Arbeitgeber bis zu 755,01 Euro im Monat annehmen, weil Urlaubsersatzleistung und anteilige Sonderzahlungen nicht zur Grenze zählen. Wenn du mehrere Jobs hast und insgesamt über die Grenze kommst, musst du mit einer Nachzahlung bei der Sozialversicherung rechnen.
Der wichtigste Schritt ist, deine Ausbildung oder dein Studium aus der Heimat offiziell anerkennen zu lassen – die Beratungsstellen dafür sind kostenlos. Parallel dazu bringst du dein Deutsch auf das Niveau, das dein Beruf verlangt, oft B1 oder B2. Auch das AMS berät dich zu Anerkennung, Kursen und Förderungen.
Weiterlesen im Ratgeber: Ausländischen Abschluss anerkennen lassen · Deutsch B2 für Pflegekräfte · Von der 24-Stunden-Pflege zur Festanstellung